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100% aller Menschen in Deutschland kennen es, 98% beherrschen es, und 90% besitzen es: das Fahrrad. Doch seit wann ist dieser Begleiter so populär und wer rief diese Innovation ins Leben?

Das Rad in den Kinderschuhen

Den Beginn der Revolution Fahrrad schreiben wir am 12.Juni 1817. Der junge Forstbeamte Karl Drais legt eine 7 Kilometer lange Strecke von Mannheim zum Schwetzinger Relaishaus innerhalb einer knappen Stunde zurück. Aber nicht zu Fuß, sondern mit seiner Laufmaschine. Diese besteht hauptsächlich aus Holz und wiegt ca. 22 Kilogramm. Wahrscheinlich ahnte der junge Mann damals nicht, welch eine Revolution er mit seiner Erfindung auslösen würde. Die sogenannte Laufmaschine wird nämlich der Prototyp für das Motorrad und das Auto, das wir heute kennen.

Auf die Idee kam er aus einer Notsituation heraus. Das Jahr ohne Sommer nannten es die Menschen. Im Nordosten Amerikas und im Westen und Süden Europas traten ungewöhnlich kalte Temperaturen auf, die auf den Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora zurückgeführt werden. Kalte Temperaturen bedeutete Mangel an Nahrung. Pferde und anderes Transportvieh wurden massenweise geschlachtet. Doch wie fortbewegen? Genau: die Laufmaschine musste her. Leider wurde die Erfindungen des jungen Demokraten seinerzeit nie gewürdigt. Karl Drais starb im Alter von 66 Jahren in bescheidenen Verhältnissen. Heute gibt es zu Ehren des Erfinders die Drais Route in Mannheim, die 2010 in Leben gerufen wurde. Wer die Route des Erfinders befahren möchte, findet hier genauere Informationen.

 

Das Rad wird zum Kult

Doch die Laufmaschine hätte sich nicht zum modernen Fahrrad entwickelt, wenn es nicht weitere Menschen gäbe, die die Revolution des Zweirads weiter vorantrieben.

Die Engländer bekamen schnell Wind von der Innovation und imitierten die Laufmaschine. Sie nannten sie Hobby Horse. Ab 1819 fanden die ersten Rennen in Ipswich England statt. Das Rad, wie wir es heute kennen, war es jedoch nicht. Denn anstatt der Pedalen, mussten sich die Fahrer mit den Füßen vom Boden abstoßen. Zwar erfand André Galle 1829 die erste Fahrradkette, jedoch fanden die Radmacher damals noch keine Verwendung für diese.

Das erste Tretkurbelrad kam erst Mitte des 19. Jahrhunderts unter die Leute. Erfunden wurde es im Jahr 1853 von Philipp Moritz Fischer. Der Schreiner, Orgelbauer und Musikinstrumentenmacher war ein großer Fan der Drais´schen Laufmaschine. Als Kind fuhr er damit täglich zur Lateinschule. Doch wirklich Erfolg hatte dieser mit seiner Erfindung nicht.

Revolution Fahrrad

1861 stellten dann Pierre Michaux und Sohn Ernest ihr Hochrad mit Tretkurbeln am Vorderrad vor. Das Problem hier war die Verletzungsgefahr und Schwerfälligkeit. Sie waren auch die ersten, die von Holz auf Stahl umsteigen.

1867 entwickelt der Engländer Madison dann die ersten Speichen für den Drahtesel. Dem folgte auch prompt der Kettenantrieb, der 1869 von dem Uhrmacher André Guilmet entwickelt wurde.

Verkehrssicher war das Rad damals trotz aller Versuche aber nicht. Zahlreiche Zusammenstöße mit Fußgängern und das unsichere Fahren durch das zu große Vorderrad brachten John Kemp Starley auf eine Idee. Das Rad musste sicher gemacht werden – für alle Beteiligten. Der Revolution stand nichts mehr im Wege. 1885 stellte Starley seinen Rover II vor. Der Unterschied zu anderen Rädern lag zu einem in der Schnelligkeit seines Antriebs und natürlich der Sicherheit. Diese wurde dadurch gewährleistet, dass die Räder fast gleich groß waren. Es wurde auf den Namen Sicherheitsniederrad getauft und erhielt großen Zuspruch. Das moderne Fahrrad war geboren.

Revolution Fahrrad. Vom Pferd zum E-Bike

Im Verlauf wurde das Rad immer wieder verfeinert und modernisiert. Die Erfindung des Luftreifens 1884 durch den Tierarzt John Boyd Dunlop war wahrscheinlich eine der wichtigsten Faktoren für heutige Radmarathons.

Doch eine wichtige Sache fehlte noch: der Hohlrahmen. Diesen haben wir heute auf allen Bikes dank der Brüder Mannesmann. 1887 kam dieser auf den Markt und sorgt bis heute für Stabilität und Stoßfestigkeit.

Die nächste Revolution ließ nicht lange auf sich warten: die Gangschaltung wurde 1902 geboren. Die Firma Wanderer präsentierte die Zweigangnabenschaltung und ließ diese auch gleich patentieren. Diese wurde 1930 durch die Kettenschaltung reformiert und hat sich bis heute bewährt.

Revolution Fahrrad. VomPferd zum E-Bike

Ein wenig moderner gestaltet sich die Revolution im 20sten Jahrhundert. Um 1900 entwickelte der britische Offizier das ein Rad, das zusammengeklappt werden konnte. Die Idee dahinter wurzelte im Militär. Eine “Maschine für Kriegszwecke”. Diese musste so zusammen-, und aufgeklappt werden können, dass die Soldaten sie mühelos und schnell bedienen können.

In den 1950er Jahren entwickelten die Hersteller aus den USA das Bonanzarad. Es war mit das erste Rad, was die Menschen gern verschönerten und schmückten. Ursprünglich für Kinder hergestellt, fand es schnell Anklang bei den Jugendlichen und entwickelte eine neue Sportkultur mit Stunts und Tricks verschiedenster Variationen. Das Bonanzarad ist also der Vorgänger des allbekannten BMX, das seit den 1980er Jahren hergestellt wird.

Das Mountenbike erzählt eine besondere Geschichte. In den 1970er Jahren kamen ein paar gelangweilte Hippies auf den Gedanken Mutproben mit Hilfe eines Bikes zu machen. Die Herausforderung bestand darin, steile Berge hinabzurasen. Nun war das mit den schmalen Reifen eines gewöhnlichen Rads doch etwas zu gefährlich. Was tun? Wir montieren einfach breitere Räder an das Rad. Joe Breeze, Charles Kelly und Gary Fisher machen ihre eigene Bike Revolution.

Aber eins fehlt doch noch. Was ist der letzte Schrei auf dem Markt? Klar, das E-Bike.

Hierbei handelt es sich um ein Rad mit integriertem Motor. Bereits 1895 erfand der  Amerikaner Sylvester H. Roper das erste elektronische Fahrrad. Jedoch war der Motor ziemlich groß und lief sehr schnell heiß. Weiter konnte das Rad durch sein Gewicht nur mühsam bedient werden. Das moderne E-Bike erfand Michael Kutter in den 90er Jahren hat heute viele Fans. Die Kombination aus Muskelkraft und der Unterstützung durch den Motor ist optimal für jung und alt. Zu beachten ist hier die regelmäßige Akku Ladung. Immer mehr Fahrradhändler, Tankstellen oder Gaststätten bieten Aufladungsmöglichkeiten an.

Das Rad. Eine Revolution, die sich sehen lassen kann und die gewürdigt werden muss. In diesem Sinne radeln wir von Radbonus  mit euch in den Sommer und freuen uns auf weitere 200 Jahre!!!

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