Gesundheit, News, Radfahren, Umwelt

Fahrradfahren ist gesünder, billiger, umweltfreundlicher und erhöht die Lebensqualität – diese Tatsachen liegen auf der Hand, wenn man auch nur kurz über die Vorteile des Fahrradfahrens nachdenkt. Immer mehr Städte versuchen daher das Fahrradfahren – neben dem öffentlichen Nahverkehr – in ihr Städtedesign einzubinden. Greenpeace hat nun in Zusammenarbeit mit Gehl Urban Quality Consultants eine Studie zur nachhaltigen Mobilität in urbanen Regionen veröffentlicht. Ziel ist es, auch in Deutschland die Verkehrswege umweltfreundlicher, effizienter und bequemer zu gestalten. Doch wie genau sieht eine moderne Stadt aus, die sowohl Wert auf Mobilität und Umwelt legt?

Kopenhagen als Vorbild

Wenn es um das Fahrradfahren geht, liegen Skandinavische Städte weit vorne. Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen wird häufig als Beispiel gewählt, wenn es darum geht ein nachhaltiges und effektives Verkehrsdesign für Städte zu entwickeln. Tatsächlich ist das Fahrrad ein populäres Transportmittel. Rund 41% der Menschen nutzen es um bequem von A nach B zu gelangen. 70 % der Radfahrer nutzen ihr Fahrrad auch im Winter. Erstaunlich hierbei ist, dass die Kopenhagener dies nicht etwa aus Umweltbewusstsein tun, sondern weil es für sie die einfachste, schnellste und

komfortabelste Reisemöglichkeit darstellt. Um Menschen in Städten dazu ermutigen das Fahrrad öfter zu nutzen, muss man demnach nicht unbedingt an ihr Umweltbewusstsein appellieren. Allein eine fahrradfreundliche Städteplanung, in denen den Fahrradfahrern eine schnelle und unkomplizierte Route zur Arbeit angeboten wird, reicht aus, um mehr Menschen für dieses Transportmittel zu begeistern. So gibt es in Kopenhagen nicht nur besonders großzügig angelegte Fahrradwege, sondern auch die Ampelschaltungen sind auf das Tempo der Radfahrer ausgelegt.

In einer Studie hat Greenpeace sich Kopenhagen als Vorbild genommen um zu analysieren was es braucht um auch in Deutschland eine grüne Mobilität (green Mobility) aufzubauen.

Was macht eine nachhaltige Mobilität so wichtig?

In ihrer Studie zeigen Greenpeace mehrere Gründe auf, weshalb es für deutsche Städte von Bedeutung ist, die Transportmittel und -wege nachhaltiger zu gestalten.

1. Kohlenstoffdioxit in der Luft

Rund 20 % des gesamten Kohlenstoffdioxidausstoßes in Deutschland ist auf motorisierte Transportmittel zurückzuführen. Auch wenn die Menge an Kohlenstoffdioxid, das durch Autoabgase erzeugt wird, stetig sinkt, erzeugen motorisierte Fahrzeuge weiterhin mehr Abgase als andere Verkehrsmittel. Aber auch der Bau von Nullemmissionshäusern ist nicht immer die umweltfreundliche Alternative. Ein typisches Bürogebäude, das eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr hat, spart fünf Mal so viel Kohlenstoffdioxid ein, wie ein Energieeffizientes Gebäude, das nur mit dem Auto erreicht werden kann. Die Einsparung beläuft sich auf 1,89 kg vs. 0,38 kg CO2 pro Arbeitsplatz und Tag.

2. Gesundheit durchs Fahrradfahren

Studien belegen, dass die Menschen in Europa und den USA zunehmend mehr Zeit zu Hause verbringen und immer weniger sportlich aktiv sind. Das begünstigt die Entstehung von chronischen Krankheiten und Übergewicht. Dabei haben bereits 30 Minuten Fahrradfahren täglich positive Auswirkungen auf die Gesundheit. So kann man beispielsweise den Arbeitsweg nutzen, um die Gesundheit zu verbessern und Übergewicht entgegenzuwirken. Menschen, die täglich zur Arbeit und zurück radeln, verlängern ihre Lebenszeit im Durchschnitt um sieben Jahre. Menschen, die täglich zur Arbeit radeln haben eine dreißig Prozent geringere Sterberate.

3. Fahrradfahren spart Geld

Jeder mit dem Auto gefahrene Kilometer kostet eine Stadt Geld. Es ist generell günstiger, eine Infrastruktur für Fußgänger und Fahrradfahrer auszubauen und zu erhalten als viel befahrene Straßen zu sanieren. Zudem spart eine Stadt mit einer effizienten und umweltbewussten Infrastruktur dadurch, dass sich die Zahl der Unfälle und Verkehrsbehinderungen verringern. Ebenso werden aktive Radfahrer seltener krank, so dass auch Firmen von der gewonnenen Arbeitszeit profitieren.

4. Eine höhere Lebensqualität durch kürzere Wege

Greenpeace geht davon aus, dass ein nachhaltiges Verkehrsnetz die Lebensqualität in den Städten verbessert. Durch kürzere und bequemere Wege haben die Menschen mehr Zeit für angenehme Aktivitäten. Deshalb wird gefordert, dass die zentralen Plätze der Stadt durch ein gutes Netz von Fahrradwegen, Bürgersteigen und öffentlichen Verkehrswegen miteinander verbunden sein. Wenn der Weg zur Bahn oder zum Fahrrad kürzer ist, als der zum Auto, wird dieser einerseits mehr genutzt und spart andererseits mehr Zeit. Somit hat man mehr freie Zeit zur Verfügung. Auch eine gute Anbindung zu Orten der Erholung, z.B. zu Parks und Bädern, bedeutet eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität.

Tagesablaug

  • Freizeit
  • Arbeit
  • Schlaf
  • Anfahrt
  • Hausarbeit

Beispiel eines Tagesablaufs mit einem langen oder schlecht angebundenen Arbeitsweg. Quelle: Greenpeace

Tagesablauf

  • Freizeit
  • Arbeit
  • Schlaf
  • Anfahrt
  • Hasuarbeit

Beispiel eines Tagesablaufs mit einem kürzeren oder gut angebundenen Arbeitsweg. Quelle: Greenpeace

5. Wechselnde Lebensumstände

Der Bedarf an Wohnraum ist im Laufe der Jahre stark gestiegen. Während in der Zeit der Großfamilien um 1900 pro Kopf 10m2 ausreichten, benötigt eine Person im Schnitt 60m2 Wohnraum für eine angemessene Lebensqualität. Die Familien wurden kleiner und die Bedürfnisse der einzelnen Personen im Haushalt stiegen.  Auf diese Entwicklung müssen auch Städte reagieren indem sie auch in Stadtzentren kompakte und attraktive Wohnräume und eine nachhaltige Mobilität schaffen. Sobald eine Stadt sich ausweitet und die Menschen mehr und mehr in abgelegene Teile der Stadt ziehen, isolieren sie sich nicht nur physisch, sondern auch psychisch vom Stadtleben. Das Leben wird immer privater. Auch die Bedeutung für schnelle und kurze Wege wächst somit.

6. Städte in Konkurrenz zueinander

Es gibt verschiedene Aktivitäten, die in einer Stadt ausgeübt werden. Die einen sind notwendig – diese Aktivitäten werden unabhängig von ihrer Attraktivität erledigt. Ebenso gibt es die optionalen Aktivitäten, die eher freiwillig in der Freizeit ausgeübt werden. Diese werden ausschließlich dann ausgeübt, wenn die Qualität des Angebots stimmt. Seit den 60ern verschiebt sich der Aktivitäts-Fokus in Städten von der Nutzung notwendiger Aktivitäten, so wie den Haushaltseinkauf erledigen, auf die Nutzung von freiwilligen Angeboten, so wie ein Shopping-Trip durch die Innenstadt. Eine erhöhte Lebensqualität zieht natürlich auch Geschäfte und Arbeiter an. Eine attraktive Stadt bietet viele Möglichkeiten der Lebensgestaltung und die Freiheit aus einer Auswahl an vielen Freizeit und Berufsoptionen zu wählen. Um eine Umgebung zu schaffen, die Menschen nutzen möchten, braucht es attraktive Umgebungen, die mit dem OVPN gut zugänglich sind.  So können die Menschen eher am öffentlichen Leben teilhaben.  Die Stadt wird dadurch vibrierend und lebenswert.

Deshalb wird auch die Forderung nach grünen Verkehrswegen immer lauter. Wie ihr ja sicher wisst, setzt auch Radbonus darauf, dass in Deutschland die Verkehrswege umweltfreundlicher, effizienter und bequemer gemacht werden. Wir sind zudem der Meinung, dass – wenn man sich Kopenhagen mal als Vorbild nimmt, das Ziel realisierbar ist. Wenn sich diese grüne Mobilität durchsetzt, macht das Kilometer sammeln mit der Radbonus App in einer fahrradfreundlichen Welt natürlich auch umso mehr Spaß!

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