Fettstoffwechsel anregen mit Fahrrad fahren

Energiebereitstellung

Grob gesagt umfasst der menschliche Metabolismus (Stoffwechsel) eine große Zahl an biochemischen Vorgängen, die für den Erhalt und Aufbau der Körpersubstanz sowie der Energiegewinnung für energieverbrauchende Tätigkeiten verantwortlich sind. Die Fette dienen nicht nur der Energiebereitstellung, sondern nehmen auch eine Rolle als Synthesevorstufen von Vitaminen, Hormonen und der Gallensäure ein.

Kontrahieren die Muskeln, verbrauchen sie Energie, die sie aus ATP (Adenosintriphosphat) beziehen. Zur Resynthese des ATP stehen dem Organismus verschiedene Stoffwechselvorgänge zur Verfügung. Abhängig von der Belastung greift der Körper in unterschiedlichen Mengen auf diese Stoffwechselprozesse zurück. Bei überwiegend moderater Belastung, also wenn genug Sauerstoff vorhanden ist, greift der Körper auch überwiegend auf die langsame, aerobe (unter Einbindung von Sauerstoff) Energieversorgung zurück. Das sind die aerobe Glykolyse (oxidativer Glykogenabbau, also von Zucker) und die aerobe Lipolyse (oxidativer Fettabbau). Aus diesen Verstoffwechselungen kann der Körper Energie für mehrere Stunden Belastung beziehen. Wird die Intensität weiter gesteigert, bedient sich der Körper vermehrt anderen Energiequellen.

Fettstoffwechsel nachhaltig ankurbeln

Anders als es uns manche Nahrungsmittelhersteller glaubhaft machen wollen hat sich Sport und Bewegung, besonders in Form eines Ausdauertrainings, als die bisher beste und einzige Möglichkeit erwiesen, den Fettstoffwechsel nachhaltig anzukurbeln. In Studien und Untersuchung wurde getestet, wann der Fettstoffwechsel am aktivsten ist. Orientierung finden diese Untersuchungen an der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max), also die maximale Menge an Sauerstoff, die der Körper verstoffwechseln kann. Die Ausdauerleistungsgrenze stellt genau dieses Gleichgewicht an Verbrauch (durch den Metabolsimus) und Bereitstellung (durch das Atmen) von Sauerstoff dar.

Die Untersuchungen haben gezeigt, dass der Fettverbrauch bei steigender Belastung zu Beginn der Tätigkeit bis auf ein Maximum immer weiter ansteigt, um danach vermehrt durch die aerobe Glykolyse ersetzt zu werden. Also je höher die Intensität, desto weniger Fett wird verbrannt. Dieser Bereich liegt bei untrainierten Menschen bei etwa 50%, bei Trainierten bei ca. 65% VO2max. Da kaum jemand diese Werte bei sich kennt, kann man sich auch auf anderem Wege Orientierung verschaffen. Die maximale Sauerstoffaufnahme entspricht je nach Trainingszustand etwa bei Untrainierten 40% und bei Trainierten zwischen 50-80% der Maximalkraft. Mit etwas Körpergefühl merkt man schnell, wenn die Intensität zu groß ist. Denn dann entsteht durch die Spaltung von Glykogen unter Ausschluss von Sauerstoff vermehrt Laktat, das für das klassische Muskelbrennen unter großer Belastung verantwortlich ist.

Bei sportlich nicht aktiven Menschen werden die freien Fettsäuren mehrere Stunden im Blut “zwischengelagert”. Sportler dagegen besitzen eine besonders ausgeprägte Kapazität Fette zu verstoffwechseln, wenn das bevorzugte Glykogen verbraucht ist.

Auswirkungen des Ausdauersports auf den Fettstoffwechsel

  • Eine erhöhte Konzentration freier Fettsäuren im Blutserum (werden aus den Fettzellen gelöst)
  • Fettsäuren können leichter vom Gefäß in die Muskelzelle gelangen (verringerte Diffusionsstrecke)
  • Gesteigerte Aufnahme in die Mitochondrien (Hier werden die Fette in Energie umgewandelt)
  • Mitochondrienzahl wird erhöht.
  • Hilft erwiesen bei der Körperfettreduktion
  • Fettstoffwechselanteil steigt bei regelmäßigem Training von etwa 40% bis auf 60% Anteil am Gesamtstoffwechsel

Für Menschen, die das Ziel verfolgen ihr Körperfett zu reduzieren, ist vor allem längeres Ausdauertraining hilfreich. Es hat sich gezeigt, dass sich der Anteil des Fettstoffwechsels an der Energiebereitstellung in Abhängigkeit der Zeit verdoppelt. So verbrennt man nach zwei Stunden doppelt so viel Fett wie nach einer Stunde und viermal so viel wie nach einer halben Stunde

Radfahren ist auch geeignet

Obwohl nachgesagt wird, dass andere Sportarten den Fettstoffwechsel besser aktivieren können als Radfahren, sorgt es beim Training in den passenden Intensitäten dennoch für die gewünschten Effekte und Anpassungen in unserem Körper. Radfahren ist somit durchaus zur Körperfettreduktion geeignet.

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