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Vor einiger Zeit haben wir euch die Frage nach dem Plural von Bonus gestellt: Bonusse oder Boni? Ihr habt euch für „Boni“ entschieden. Aber was ist den nun richtig? Welches wird wann benutzt und gibt es da überhaupt ein Unterschied oder eine Regel?

Die deutsche Grammatik

Nach den Regeln der deutschen Grammatik ist „Bonus“ ein lateinisches Substantiv, das auf -us endet, also männlich ist. Da heutzutage fast alle männliche Substantive stark sind, würde der Genitiv in diesem Fall „des Bonusses“ lauten (wobei das [ses] meistens stumm ist, als „des Bonus“). Laut dieser Regel lässt sich auf die typische -e-Endung bei männlichen Substantiven schließen. Im Fall von „Bonus“ würde aus semantischen Gründen noch ein „s“ hinzukommen, also „Bonusse“. Auch der deutsche Duden leitet den Plural aus der Genitiv-Form ab, zählt aber auch „Boni“ als möglichen Plural auf.

Was passiert im Gehirn?

Im Gehirn gibt es zwei „Stellen“ für die Sprachbildung bzw. in diesem Fall die Bildung des Plural. Zum einen das Sprachzentrum: Dieser bildet den Plural von Bonus aus den erlernten grammatischen Regeln, also wie oben schon erklärt „Bonusse“. Von der lateinischen Grammatik hat das Gehirn keine Ahnung und kommt deshalb auch nicht auf die Bildung von „Boni“. Zum anderen bildet auch der Verstand eine Pluralform. Hier entsteht dieser aus dem eigenen Denken. Das nennt sich auch die motivierte Bildung aus Kenntnis oder Unkenntnis. Die Bildung aus Unkenntnis wäre die Bildung von „Boni“, weil es für den einen oder anderen richtig klingt oder es irgendwo aufgeschnappt wurde. Bei der Bildung aus Kenntnis wird der Plural von Bonus aus dem lateinischen abgeleitet. Dabei entsteht aus der Singularendung -us der Plural -i, aus „Bonus“ wird „Boni“. Das Problem bei der Bildung aus Kenntnis ist oft, dass diese falsch sind. Im Fall von Boni als Plural liegt der Irrtum darin, dass es im Deutschen kein Plural mit -i gibt. Es wird nur richtig, wenn das jeweilige Wort aus dem lateinischen zitiert wird.

Die richtige Herkunft

Um also den richtigen Plural von Bonus bilden zu können ist es wichtig die Herkunft des Wortes zu klären. Bei dem Wort „Bonus“ geht man fälschlicherweise von einer lateinischen Herkunft aus. Allerdings gibt es das Substantiv „Bonus“ im lateinischen nicht. Hier lässt sich der Begriff höchstens von dem Adjektiv „bonum“ – das Gute (n) ableiten. Der Plural davon lautet aber „bona“ (im Genitiv „bonum“). Man geht daher von der letzten Entlehnung aus. Diese kommt aus dem Englischen: „bonus“ – ein Londoner Börsenslang. Im Plural spricht heißt es dann „bonuses“.

Was ist also richtig?

Einige nutzen den Plural „Boni“ aus dem Glauben es klinge gebildeter, da von einer lateinischen Herkunft ausgegangen wird. Sicherlich kein falscher Gedanke, kommt aber nicht bei jedem gut an. Für andere klingt es einfach nur besser (Semantik). Die „richtige“ Bildung hängt wahrscheinlich mehr von der eignen Präferenz ab. Streng grammatikalisch ist nur „Bonusse“ richtig. Schlägt man aber den Duden oder das Lexikon auf sind beide Versionen möglich. Was dabei „richtiger“ ist, ist jedem selbst überlassen.

 

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